Beiträge von mimach

    Vor einigen Tagen hatte ich das kleine Glück eine Postkarte der "L. C. Oetker - Dampf-Marzipan-Fabrik" geschenkt zu bekommen.

    Sie stammt aus einem Familiennachlass. Meine Großtante war von Hildburghausen nach Eisenach verheiratet. Die Familie ihres Mannes, unser Onkel Paul, hatte wohl bis zur Inflation 1923 eine Konditorei mit Café in Eisenach.

    Aus dieser Familienlegende stammt auch der nachfolgende Beleg: eine Nachnahme-Postkarte der bis in die 50er Jahre hinein existierenden L.C. Oetker Dampf-Marzipan-Fabrik (später L.C. Oetker Marzipan- und Marmeladenfabrik) aus Altona-Bahrenfeld.


    Neben dem Nachnahmeaufkleber zeigt die Postkarte auch zwei Germaniaausgaben zu je 5 Pfennig (Michel 55) und 10 Pfennig (Michel 56) mit zwei ordentlichen Stempeln "ALTONA BAHRENFELD 15/11 00".


    Die Nachnahme belief sich über 38,50 Mark. Sicherlich für eine ordentliche Menge Marzipan.



    1949 – SÜWEGA Südwestdeutsche Gartenbau Ausstellung 



    Gelegenheitsmarke auf die SÜWEGA in Landau. 



    Die Südwestdeutsche Gartenbau Ausstellung fand vom 16. Juli bis 15. Oktober 1949 statt. 


    Sie war eine der ersten Gartenbauausstellungen nach dem zweiten Weltkrieg und für die Landauer Bürger ein wichtiges Ereignis vier Jahre nach Kriegsende.



    Auf der Homepage der Stadt Landau findet man einen Aufsatz zu dem Thema. Hier ein paar Auszüge daraus:


    „Die beiden Weltkriege sowie unzählige deutsche und französische Soldaten in der Stadt blieben nicht ohne Einfluss auf den Zustand der Grünanlagen. Besonders gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden ohne Rücksicht Bäume gefällt, Panzergräben ausgehoben und Munition vergraben. Nach einem letzten Bombenangriff am 16. März 1945 sind etwa 40 Prozent der Stadt zerstört. Am 22. März ist der Krieg beendet. Landau wurde von den Franzosen besetzt, sie übernahmen die ihnen bereits seit dem Ende des Ersten Weltkrieges bekannten Kasernen.

    Der garten- und kunstfreudige französische Oberst de Gouvello, ein Nachfahre des Festungsbaumeisters Vauban, veranlasste in den Parkanlagen die Beseitigung der schlimmsten Kriegsschäden. Der aus der Gefangenschaft zurückgekehrte Leiter der Stadtgärtnerei, Walter Rieger, setzte die Arbeiten fort. In einer großartigen Gemeinschaftsleistung schafften es die Landauerinnen und Landauer bis 1948, den größten Teil der Trümmer zu beseitigen. 



    In dieser Zeit der Aufbruchsstimmung kam Stadtgarteninspektor Walter Rieger mit der Idee, eine Gartenbauausstellung in Landau zu veranstalten. Am 15. April 1948 hatte der städtische Hauptausschuss den Gedanken aufgegriffen. Die Währungsreform vom 20. Juni 1948 schuf die wirtschaftlichen Voraussetzungen. Die Mitbewerber zur Ausrichtung der Gartenschau, Karlsruhe und Neustadt, zogen ihre Bewerbungen zurück. Landau hatte den großen Vorteil vorhandener, zusammenhängender und einigermaßen intakter Grünanlagen. Am 15. Oktober 1948 konstituierte sich ein vorbereitender Ausschuss der süddeutschen Gartenbauverbände. Diese beschlossen die Durchführung und den Namen der Gartenschau, konnten aber mangels finanzieller Mittel die Stadt bei der Finanzierung des Projekts nicht unterstützen.“ (Quelle: https://landau.de/Start/Erinnerungen-an-die-SÜWEGA-1949.php?object=tx,2644.5&ModID=7&FID=2644.4166.1 )


    Hallo DKKW ,

    dass macht durchaus einen Sinn.

    Solche Marken wurden auf Briefen oder anderen Geschäftsunterlagen einer Firma für die Kommunikation mit ihren Kunden genutzt. Der Empfänger wußte ja wer ihm schreibt. Ein super Beispiel für eine Gelegenheitsmarke. Ich bin richtig neidisch.

    Liebe Sammlerfreunde,


    bei der Durchsicht verschiedener Sammlungen habe ich Gelegenheitsmarken aus dem Ausland zusammengestellt.

    Da dies nicht mein Sammelgebiet ist, möchte ich mehrere dutzend davon nun zum Verschenken anbieten.

    Über die Erstattung der 0,85€ Briefmarke durch eine postalische Rückantwort würde ich mich freuen, ist aber kein muß.


    Blatt 1) Gelegenheitsmarken Ausland + 4 sonstige Vignetten


    Blatt 2) Gelegenheitsmarken Ausland, darunter auch 4x USA


    Blatt 3) Gelegenheitsmarken Ausland, darunter Budapest und Italien + Vaterstagsmarke in Englisch


    Blatt 4) Gelegenheitsmarken Ausland, darunter Paris und Budapest


    Blatt 5) Gelegenheitsmarken Ausland, darunter Lyon 1914 in 4 verschiedenen Farben


    6) Gelegenheitsmarken auf 700 Jahre "Den Haag" aus dem Jahr 1948


    7) Gelegenheitsmarken Ausland zum Themas Sport und Turnen + eine Vignette Olympische Spiele


    8) Julmarken aus verschiedene Ländern (streng genommen keine Gelegenheitsmarken, außer für einem ist Weihnachten eine Gelegenheit zum Familienstreit über dem Kartoffelsalat ;) )

    Diese dänischen Wohlfahrtsmarken zu Weihnachten wurden doch 1904 durch den Postdirektor Holböll in Dänemark eingeführt. Siegelmarken gab es zu diesem Zeitpunkt ja schon seit über 40 Jahren flächendeckend im deutschsprachigen Raum.


    Ich greife mal deine Spekulation auf, ohne die Siegelmarken aus Skandinavien beziffern zu können.

    Idee 1: In Skandinvien war es ganzjährig kühl genug, deswegen sind die Wachs- oder Lacksiegel nicht so häufig gebrochen und man suchte keine Alternative dazu.

    Idee 2: Der Skandinavier ist nicht so unverschämt und liest fremde Post. Deswegen mußte der Versender und der Empfänger von Briefen nie befürchten, dass der Postbote oder jemand anderes mitliest, ergo war die Verwendung von Siegeln unnütz.

    ;)

    DKKW

    Diese Art von Siegelmarken findet man auch im deutschsprachigen Raum. Sie sind sollten eindeutig die Lacksiegel imitieren, was ja gut gelungen ist.


    Nachtrag:

    Ich habe meine Sammlung nach zwei schönen Beispielen durchsucht.


    - Die Leipziger Handelskammer hatte ein einfaches "Lacksiegelimmitat".

    - Die Mitteldeutsche Privat-Bank AG aus Magdeburg nutzte das Stadtwappen Magdeburgs. Die Form der Siegelmarke imitierte einen ordentlichen Klecks Siegellack, ähnlich wie es noch heute bei einer bestimmten Weinmarke zu sehen ist.

    Hier die Daten zu der Siegelmarke aus Sachsen zum Thema Wiener Weltausstellung.

    Eine Abbildung konnte ich bisher nicht finden.


    Jahr: 1873

    Anlass: Wiener Weltausstellung

    Herausgeber: Königlich Sächsische Landes-Commission für die Wiener Weltausstellung

    Form/Maße: Siegelmarke, rund, geprägt

    Beschreibung: Im Zentrum das gekrönte sächsische Königswappen, außen Umschrift.

    Inschrift: KÖN.SÄCHS.LANDES=COMMISSION F.D.WIENER WELT=AUSSTELLUNG 1873.

    Die 1. Ausstellung in Wien war die "Weltausstellung 1873". (von dieser liegen mir keine Vignetten vor)

    Vielen Dank für das Zeigen deiner Gelegenheitsmarken aus Wien. 


    Für die Weltausstellung von 1873 in Wien kann ich mit Abbildung eine Medaillenmarke zeigen und mir ist noch per Überlieferung eine Siegelmarke aus Sachsen zu der Gelegenheit bekannt. 

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    Jahr: 1873

    Anlass: Wiener Weltausstellung

    Form/MaßeMedaillenmarke, geprägt, rund, 30 mm

    Beschreibung

    Darstellung allegorischer Figuren für Handwerk und Gewerbe. Fortuna (rechts) reicht Lorbeerkränze an Frau mit Spinnwirtel (links) und Schmied (mittig). Oben und unten die Inschrift.

    Inschrift

    Oben, bogig: WELTAUSSTELLUNG 1873 WIEN

    Unten, bogig, in zwei Zeilen: DEM | VERDIENSTE

    Varianten: grün

    Anmerkung

    Auf der Weltausstellung in Wien wurden insgesamt 25.572 Preismedaillen verliehen, davon 8.687 Verdienstmedaillen. Das Original misst 70,5 mm und zeigt auf der Vorderseite den belorbeerten Kopf Kaiser Franz Jodefs I.

    Solche Prägemarken wurde von prämierten Ausstellern genutzt, um auf Ihrer Geschäftskorrespondenz damit zu werben. Der Entstehungszeitraum kann somit in den Jahren nach der Weltausstellung zu suchen sein.



    Bildquelle: Veikkos Archiv



    1950 – Schwäbische Landwirtschafts-Ausstellung in Augsburg



    Gelegenheitsmarke auf die „Schwäbische Landwirtschafts-Ausstellung“ vom 30.09. bis 11.10.1950 in Augsburg. Die Leistungsschau fand auf dem Ausstellungsgelände im Augsburger Stadtgarten statt. 



    Der Stadtgarten wurde für die 1886 stattfindende „Schwäbische Kreis-, Industrie-, Gewerbe-, und kulturhistorische Ausstellung“ auf dem Gelände eines Gartengutes errichtet. Von den damals errichteten Ausstellungsgebäuden, ausgenommen eines Steinbaus für die kulturhistorische Ausstellung und einer später errichteten Konzerthalle, war durch den Zahn der Zeit und den Bomben des 2. Weltkrieges wenig übriggeblieben. Erst 1950 wurden für die erste Messe seit über einem halben Jahrhundert neue Ausstellungsgebäude im Stadtgarten errichtet.

    Weltausstellung Brüssel 1897

    Ende der 1890er explodierte die Produktion und die Sammelleidenschaft für Gelegenheitsmarken.

    Um dem Bedarf entgegenzukommen, boten verschiedene Händler bereits fertige Sortimente mit Gelegenheitsmarken an.

    Hier ein Beispiel aus dem Jahr 1897.

    Der Briefmarkenhändler Emil Gutzkow aus Stuttgart klebte zur Werbung einer der Gelegenheitsmarken für die Weltausstellung in Brüssel in seinen Preiskatalog.

    Angeboten wurden 50 verschiedene Farbnuancen.


    1951 – Mannheimer Mai-Markt 




    Der Mannheimer Maimarkt fand bereits seit dem Barock als Markt für Krämer und Viehhändler statt. Nach dem 2. Weltkrieg fing man 1949 wieder als Verbrauchermesse mit Attraktionen an. Im Jahr 1951 noch mit beworbenen 60.000 Quadratmetern Ausstellungsgelände auf dem Friedensplatz, findet die Veranstaltung heute auf einem eigenen, 210.000 m2 umfassenden Maimarktgelände statt. 



    Die Gestaltung des Markensymbols mit den drei aufeinandergestellten M erinnert mich an die erst später in der DDR stattfindende „MESSE DER MEISTER VON MORGEN“. Mein Opa hatte so ein Männchen mit einem Doppel „M“ auf dem Hut im Wohnzimmerschrank. Als kleiner Junge durfte ich mit dem Männchen spielen. 


    Hat jemand von euch einen Beleg über den Einsatzzeitpunkt dieser Marke?


    Von der Wortwahl her würde man ja gleich auf die 30er tippen, aber man kann sich da auch schwer täuschen. Die Gestaltung wirkt fast schon als wäre Sie aus den 50er Jahren.

    Die Schriftart habe ich auch auf Marken aus den 1960er Jahren gefunden.

    Wie gesagt, ein Beleg ist wohl nötig.