OPD Leipzig, West-Sachsen, Abarten, Plattenfehler und sonstige Besonderheiten

  • Hallo Forumskollegen!

    Bedingt durch einen größeren Fund an Belegen aus der OPD Leipzig und auf Vorschlag von @larbanas eröffne ich hier einen neuen Thread, der die Abarten, Plattenfehler und sonstige Besonderheiten der Marken aus West-Sachsen dokumentieren bzw. aufzeigen soll. Über eine rege Teilnahme würde ich mich freuen. Einen ersten Plattenfehler zeigte ich schon unter einem anderen Thread, um aber einen Anfang zu setzen zeige ich ihn hier noch einmal. Es handelt sich um einen Beleg mit zwei Marken Mi. 130 als Ortsbrief in Leipzig. Abgeschlagen wurde er am 9.3.1946 kurz der der Portoerhöhung vom 1.3.1946. Die linke Marke weist den Plattenfehler I - E mit Akzent - auf.


    Gruß frimer14

  • Jetzt wird es etwas heikler. Ich zeige Euch jetzt einen Beleg mit einem senkrechten Zwilling der Mi. 117. Es handelt sich um einen Fernbrief von Dresden nach Leipzig, der am 25.12.1945 abgeschlagen worden ist. Soweit ich das beurteilen kann, ist er portogerecht frankiert. Eure Aufmerksamkeit möchte ich auf den Schriftzug Deutsche Post richten. Bei der unteren Marke ist der obere und bei der oberen die untere Inschrift im Bereich des TSCH beschädigt bzw. verstümmelt. Im Michel gibt es dazu keine Hinweise. Vielleicht gibt es einen Experten unter Euch, der hier Aufschluss geben kann, ob das ein Plattenfehler oder eine Druckzufälligkeit ist.
    Schon jetz herzlichen Dank für jeden Hinweis.


    Gruß frimer14

  • Das ist ein schönes Thema, danke für die Erstellung.

    Eine Bitte hätte ich zur besseren Visualisierung der Merkmale: Neben dem kompletten Beleg wäre ein Detailscan der betreffenden Stelle im Markenbild zur Identifizierung sehr hilfreich. Gerne mit 600 oder besser 1200 dpi.


    Gruß
    KJ

  • Es handelt sich um einen Fernbrief von Dresden nach Leipzig, der am 25.12.1945 abgeschlagen worden ist. Soweit ich das beurteilen kann, ist er portogerecht frankiert.
    Schon jetz herzlichen Dank für jeden Hinweis.


    Gruß frimer14

    Der Absender des Briefes wohnte zwar in Hellerau bei Dresden, aber der Brief wurde im Postamt Leipzig O 5 aufgegeben. Es ist also kein Fernbrief, sondern ein Ortsbrief und damit 4 Rpf überfrankiert.


    Gruß
    KJ

  • Kontrollratjunkie

    Da hast Du natürlich recht. Ich hatte nur auf den Absender geachtet und war davon ausgegangen, dass dann auch der Abschlag in Dresden erfolgt sein muss. Irren ist menschlich.

    Hier jetzt noch ein Beleg der gleichen Kategorie. Dieses Mal ein Fernbrief von Leipzig nach Duisburg. Gleiche Frankierung. Die obere Marke hat in der Schraffur einen Fehler unter dem T des oberen Schriftzugs "Deutsche Post".


    Gruß frimer14

  • frimer14 , schönes Thema und in der Einleitung gut beschrieben. :thumbup:


    kann Dir zu den erfragten Dingen, die nicht im Michel-Katalog stehen, leider keine weiteren Hinweise geben. Diese sind auf meinen Bögen nicht vorhanden. Da es mehrere Teilauflagen gab, ist es schwierig.


    Bei dem Post #4 wird bei Sluyter zum Bogenfeld 90 benannt: »weiße Linie unter "PF" von PFENNIG gebrochen«. Kann ich wegen der Größe und dem Stempel nicht ausmachen.


    Grüße

    labarnas


    PS es ist immer möglich, dass ein Brief erst am Ankunftspostamt entwertet wird

  • Beim weiteren Durchforsten der neuen Bestände fiel mir bei dem abgebildeten Beleg, Ortspostkarte in Leipzig mit EF einer Mi 131 ein verdicktes E in der oberen Inschrift Deutsche Post auf, erstes E in Deutsche. Die Ortspostkarte ist am 3.6.1946 abgeschlagen worden und ist portogerecht frankiert.

  • zur 117 Bogenfeld 35, 40, und 85, 90


    Bei den Ausgaben der OPD Leipzig gibt es für das Erkennen von Plattenfehlern einen Vorteil. Es wurden meist Klischeebereiche zum Aufbau des Druckbogens kopiert. Hier kommt der Fehler auf den Bogenfeldern 35, 40 und wiederholend bei 85 und 90 vor. Leider senkt das natürlich den Wert, weil es eine größere Häufigkeit gibt. Dieser Fehler kommt auch bei der gezähnten Variante der Mi.-Nr. 129 vor. Meist sind die weiteren Brüche bei »NIG« von PFENNIG vorhanden.


    Habe mal eine Einzelmarke gescannt, um die Lage des Fehlers zu verdeutlichen.


    SBZ | 117 X ** | weiße Linie unter »PF« von PFENNIG gebrochen – Feld 35, 40, 85, 90


  • Hallo Forumskollegen!

    Wieder ein Plattenfehler oder doch eher eine Druckzufälligkeit? Es handelt sich dieses Mal um ein Einschreiben von Taucha nach Leipzig. Der Beleg ist mit einer Mi 127 und vier Mi 134 frankiert. M.E. portogerecht. Leider sind die Marken etwas mitgenommen. Ich möchte die Aufmerksamkeit auf die Mi 134 ganz rechts lenken. Das erste N von Pfennig hat einen Akzent.


    Gruß frimer14

  • Und noch ein Beleg, der bei mir eine Frage hinterlässt.
    Der Beleg ist ein Einschreiben als Ortsbrief in Leipzig, abgeschlagen am 6.12.1945. Der Beleg ist frankiert mit einer Mi 118 und einer Mi 135. Soweit ich das beurteilen kann ist der Beleg portogerecht frankiert. Beim Blick in meinen Michel Briefe-Katalog zu Mischfrankaturen, bleibt das Nachschlagewerk eine Bewertung schuldig. Liegt das daran, dass derartige Belege so selten sind, dass noch keine genügende Anzahl von Verkäufen als Grundlage für die Bewertung herangezogen werden konnten?


    Gruß frimer14

  • Hallo frimer14,


    vielleicht löst du dich von dem Thema Bewertungen. Der tatsächliche Marktwert eines Beleges hängt von unzählige Faktoren ab und davon, ob es Nachfragende (Mehrzahl) nach solchen Belegen gibt. Im übrigen ist der Michel eine ganz schlechte Quelle zur Ermittlung eines Wertes.


    Viele Grüße


    Marko


    PS: Selten sind diese Belege sicher nicht. Und was ist selten?

  • Briefmarkentor
    Ich bin ganz bei Dir. Andererseits meine ich in einem anderen Thread mal gelesen zu haben, wie der Verlag, der den Michel herausgibt, zu seinen Bewertungen kommt. Es läuft so ähnlich ab, wie bei der Bestimmung von Bodenrichtwerten. Gibt es keine Grundstücksverkäufe, verändert sich auch nicht der Bodenrichtwert. Dieser Thread ist überschrieben mit Abarten, Plattenfehlern und sonstigen Besonderheiten, ich wollte daher wissen, wie die Forumskollegen einen solchen Beleg einschätzen.


    Gruß frimer14

  • Ich persönlich würde den Beleg irgendwo zwischen zehn und zwanzig Euro ansiedeln.


    Noch einmal zum Michel und der Unmöglichkeit, einen vernünftigen Preisansatz zu finden, anhand von vier Beispielen.


    - Würde es einen Unterschied beim Preis machen, wenn der Brief nicht in Leipzig, sondern in einer Poststelle I aufgegeben worden wäre?

    - Wie wäre die Verwendung eines Notstempels im Gegensatz zu einem Normstempel zu berücksichtigen?

    - Wie würde sich ein aufgemalter R-Vermerk auf den Preis auswirken?

    - Würdest du einen unterschiedlichen Preis für eine frühe oder sehr späte Verwendung bewilligen?


    Ich kann dir nur den Rat geben, dich intensiv mit den Besonderheiten dieses Sammelgebietes anhand von Fachliteratur zu beschäftigen. Gleichzeitig solltest du den Markt über Jahre beobachten. Und zuletzt kannst du anhand der Durchschnittspreise deiner Sammlung feststellen, was kostspieliger ist und was nicht.

  • frimer14 , die im Post #12 gezeigte Besonderheit »weißer Fleck oben am Anfang vom ersten "N" von PFENNIG« ist nach dem Katalog von Sluyter das Bogenfeld 35. Er hat 1995 die Marke ** mit 4 DM bewertet. Zum Vergleich den Mi.-Pf. 134 I (vierfach auf einem Bogen) hat er mit 5 DM geschätzt.


    Grüße

    labarnas