Revitalisierung der Philatelie

  • Heute in der Münchner Merkur ein kleiner Artikel über die aktuelle Köhler-Auktion, die heute stattfindet und bei der es auch einige Schwarze Einser von Bayern gibt, als Highlight ein kompletter Schalterbogen mit einem Ausrufpreis von 200.000,- EUR. :huh:


    Von einem Sprecher des Hauses liest man den Satz: "Wir erleben eine Revitalisierung (Wiederbelebung) der Philatelie". In der Pandemie habe die Briefmarkensammler offenbar wieder die Leidenschaft gepackt.


    Das mag vielleicht für die großen Seltenheiten gelten, die bei solchen Auktionen versteigert werden oder auch für China in den letzten Jahren, aber sicher nicht für Bund, Berlin oder die DDR, wenn man die Preise mit denen von früher vergleicht.


    Könnte mir bei dem Bayern-Bogen auch vorstellen, daß einige den auch zur Geldanlage kaufen wollen, so etwas kann sich schon mal in 10 Jahren im Preis verdoppeln. Als Alternative, anstatt das Geld auf einem Konto liegen zu lassen und auch noch Minus-Zinsen dafür zu bezahlen.


    Gruß kartenhai

  • Es ist (leider) so, dass sich die (richtig) teuren Sammlerstücke als Geldanlage eigenen.

    Im unteren Preissegment kann man bei entsprechender Qualität etwas Gewinn machen, aber als Geldanlage?

    Da ich hauptsächlich postfrisch sammle, mach ich mir keine Illusionen über den Wert meiner Sammlungen, obwohl sich in der Berlinsammlung auch 'einiges von Wert' befindet, z.B. ein geprüfter Block 1).

    Da mein Michel-Spezial von 1914 ist, sind die dort angegebenen Preise bestimmt nicht mehr aktuell.

    An einen evtl. Verkauf verschwende ich keine Gedanken.


    MfG

    Gerdiolino

  • Zitat

    Da mein Michel-Spezial von 1914 ist, sind die dort angegebenen Preise bestimmt nicht mehr aktuell.

    Gut möglich, dass dein Katalog mehr wert ist, als deine Sammlung .... ;)

    Gruß

    Uli

    Sind in eurer Sammlung Bund-Marken mit Stempel aus Düsseldorf? Tausche gegen gleiche Marke mit mindestens gleichwertigem Stempelabschlag plus "Dankeschön" oder fehlende Marken!


    Meine Tausch- und Verkaufsangebote im Philaforum:  Ulis Flohmarkt

  • Das glaube ich nicht, oder meinst Du die gepüften z.B. 1948er ,1949er (auch Block 1). 1950er für 30 € bekommst (die 70er-90er lass ich mal aussen vor)?


    MfG

    Gerdiolino

  • Also ich habe mir einige Auktionsergebnis Listen angesehen und fand die Ergebnisse eigentlich ziemlich gut ... selbst Wühlkisten mit einfachen Sammlungen Deutschland und Westeuropa hatten viele Liebhaber:innen. Im letzten Jahr sind sehr viele neue YouTube Kanäle zur Philatelie dazu gekommen, zumindest im englischsprachigen Raum ... viele jüngere Menschen. Auf Insta und Facebook tut sich ebenfalls immer mehr. Und die klassischen Sammelgebiete außerhalb des Dead Valleys (West) Europa stehen ziemlich gut und immer besser da, wie ich finde. Die philatelistische Welt ist ja doch groß ... klassische Gebiete wie Chile, USA, British Commonwealth, Australien, Indien, Persien, China, Russland, Canada, Brasilien ... die scheinen mir doch recht stabil zu sein. Insbesondere etwas ältere Marken, auch im günstigen Bereich ... sind doch recht beliebt. In einigen Ländern auch Neuheiten aus den 60er und 70er Jahren. Wie das in Europa ist weiß ich nicht genau, verfolge die Ergebnisse nicht so ... wie sieht denn der Markt für Alt Italien und Braunschweig, Hannover, Bremen, Frankreich Klassik usw. aus? Sind die Ergebisse da im letzten Jahr besser geworden?

  • Das glaube ich nicht, oder meinst Du die gepüften z.B. 1948er ,1949er (auch Block 1). 1950er für 30 € bekommst (die 70er-90er lass ich mal aussen vor)?


    MfG

    Gerdiolino

    Da war wohl eher gemeint , dass ein Michel-Spezial von 1914, wie Du geschrieben hast (sicher ein Tippfehler ;) ) deutlich mehr bringen würde wie eine Bundsammlung postfrisch :) , da Du dann ein UNIKAT hättest :)

  • Keine Entschuldigung notwendig, passiert jedem, wir sind alle nur Menschen.

  • Dass Aboware wie Bund postfrisch eine sinnvolle Geldanlage sein könnte, wurde einem zwar jahrzehntelang (leider erfolgreich) seitens der Post weisgemacht, war aber nie realistisch..

    Unbestritten ist hingegen, dass nicht wenige durch die Corona-Zwangsaufenthalte zu Hause sich wieder verstärkt mit Philatelie beschäftigen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Interesse in der Zeit nach Corona nicht sofort wieder erlischt.

  • So lange die Briefmarke nicht wieder zurückfindet in das Alltagsleben, wird das alles nur eine kleine Zwischenrenaissance. Und jeder der einmal in seinen Briefkasten schaut, wird erkennen Briefmarken auf Post gibt's nicht mehr. Und Nischen wie Postcrossing ändern darin nichts.

  • Dass Aboware wie Bund postfrisch eine sinnvolle Geldanlage sein könnte, wurde einem zwar jahrzehntelang (leider erfolgreich) seitens der Post weisgemacht, war aber nie realistisch..

    Unbestritten ist hingegen, dass nicht wenige durch die Corona-Zwangsaufenthalte zu Hause sich wieder verstärkt mit Philatelie beschäftigen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Interesse in der Zeit nach Corona nicht sofort wieder erlischt.

    Wo hat die Post geäußert das Abosammlungen einen Wertzuwachs erfahren? Andere Händler haben das sicherlich gemacht, aber das waren vorallem die Sammler selbst. Und das man bei dreistelligen Millionenauflagen keinen Wertzuwachs erfahren sollte, müsste klar sein. Und wer das nochnicht verstanden hat, hat auch keine Ahnung vom Sammeln sondern hofft nur auf das schnelle Geld

    Gruß Leon.


    - Suche alles zur Provinz Sachsen (SBZ)

    Vorallem Belege und andere Spezialitäten.

    :ostfriesland:

  • So lange die Briefmarke nicht wieder zurückfindet in das Alltagsleben, wird das alles nur eine kleine Zwischenrenaissance. Und jeder der einmal in seinen Briefkasten schaut, wird erkennen Briefmarken auf Post gibt's nicht mehr. Und Nischen wie Postcrossing ändern darin nichts.

    Also in meinem Briefkasten befinden sich täglich (außer sonntags) Briefe, die mit Briefmarken, mal mehr , mal weniger ansehnlich frankiert sind. Aber ich lebe in D, vielleicht ist das in anderen Ländern nicht mehr so....

  • Also in meinem Briefkasten befinden sich täglich (außer sonntags) Briefe, die mit Briefmarken, mal mehr , mal weniger ansehnlich frankiert sind. Aber ich lebe in D, vielleicht ist das in aderen Ländern nicht mehr so....

    Hallo,

    das möchte ich gerne mal sehen, das du nichtprivate Post immer mit Briefmarken bekommst. ;)

    Ich bekomme auch täglich Briefe oder Postkarten. Briefmarken sind nur darauf, die eventuell was mit Briefmarken und Sammeln zu tun haben. Der ganze Rest, ob behördlich, geschäftlich oder anderweitig, haben keine Briefmarken im herkömmlichen Sinn.

  • Hier eine Werbung der Post von 1988

    „Heute ist die Motivvielfalt das wertvolle.“


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    Ich erinnere mich noch an die 80er Jahre. Da hatten die alten Herren eigentlich alle ein paar mehr Bund Postfrisch Marken als sie brauchten. Warum? Das müssten vielleicht einige sagen, die noch mal etwas älter sind. Die Doubletten wurden ganz gerne als philatelistische Art der Bezahlung im Tausch genutzt, als eine Art philatelistisches Bargeld ... 40 Prozent Michel, geht auch in Nominale ... haben viele gemacht. Die heisse Zeit der Spekulation war grade vorbei, Greifvögel, Olympia, Springreiter ... dazu können bestimmt einige was sagen, würde mich interessieren wie das passieren konnte. Zu meiner Zeit wurde die Postkutschen gehypt, die Fahrräder, die Paare der Sehenswürdigkeiten ... danach war glaube ich erst mal Ruhe. Händler und Presse haben ordentlich mitgemacht, das weiß ich noch. Ich denke in der Regel hat man als Sammler diese abklingenden Spekulationen mit Vergnügen und Gleichmut beobachtet, und ab und an etwas mehr als den Postpreis für die Doubletten bekommen.


    Doch was hat Bund Berlin DDR (Österreich Vatikan, Liechtenstein ...) postfrisch mit dem wieder aufkommenden Sammlerinteresse zu tun? Ich stelle mir so einen Sammler vor, der nach 20 Jahren die Marken auf den Tisch legt. „Ach, sieh da, die Bund Postfrisch Marken ...“ und dann sieht sich die Person die Sammlung an, SBZ, Bremen, Zensurpost, Indische Kleinstaaten, Hufeisenstempel, Portostufen, Kolonien, was auch immer ... und ich vermute , das wird im Wiedereinstieg doch etwas mehr begeistern. Und wenn eine Person wirklich Bund Postfrisch will ... kein Problem! Ein Klick, und der Paketbote liefert direkt komplett für das Regal. Bund sauber gestempelt hat da etwas mehr Potential.


    Bin gespannt wie die Vereine den Frühling erleben ... ob neue Gesichter und ganz viele alte kommen ... und bleiben.

  • Hallo zusammen,


    das ist eine ganz interessante Diskussion. Seit Samstag frage ich mich allerdings schon, worin eigentlich der unmittelbare Zusammenhang eines möglichen "Revivals der Philatelie durch Corona" (siehe Ausgangs-Artikel) und dem Rückgang von tagesaktuellen Briefmarken-Frankaturen bestehen soll? Irgendwie erschließt sich das für mich nicht. Wieso denkt ihr, man könne nur dann Philatelie als Hobby betreiben, wenn man täglich mit Briefmarken frankierte Post erhält?


    Selbst wenn die Deutsche Post irgendwann in naher Zukunft vielleicht mal beschließt, überhaupt keine Briefmarken mehr neu zu verkaufen, (was ich durchaus für möglich halte) ändert das doch gar nix an den unendlichen Möglichkeiten der Philatelie mit all ihren Facetten... Mich würde es jedenfalls nicht sonderlich stören.


    Gerade jetzt in Corona-Zeiten entdecken viele "Schläfer" ihr ehemaliges Hobby wieder neu und vielleicht kommen sogar ein paar ganz neue Philatelisten mit dazu (z.B. durch Beschäftigung mit geerbten oder geschenkten Sammlungen). Aber ob sich dieser Sachverhalt anders gestalten würde, wenn es mehr Tagespost mit Briefmarken auf den Umschlägen gäbe? Ich glaube: nein.


    Viele Grüße

    Christoph

  • Hallo,

    das möchte ich gerne mal sehen, das du nichtprivate Post immer mit Briefmarken bekommst. ;)

    In meinen Beitrag war weder von "immer" noch von "nicht-privater Post" die Rede, von daher erschließt sich mir der Sinn dieses Kommentars nicht.

  • In meinen Beitrag war weder von "immer" noch von "nicht-privater Post" die Rede, von daher erschließt sich mir der Sinn dieses Kommentars nicht.

    Also in meinem Briefkasten befinden sich täglich (außer sonntags) Briefe, die mit Briefmarken, mal mehr , mal weniger ansehnlich frankiert sind.


    "Täglich" besagt für mich jeden Tag (außer Sonntag). Also 6 mal die Woche ........... usw. Kann man auch übersetzen mit "immer". ;)

    "nicht-private Post" stammt von mir. Da behaupte ich einfach mal, das die Absender von Behörde, Geschäft, Versicherung, Verwaltung und viele andere "nicht-private" zu 98% keine Briefmarken auf den Umschlag kleben. ;)

  • "nicht-private Post" stammt von mir. Da behaupte ich einfach mal, das die Absender von Behörde, Geschäft, Versicherung, Verwaltung und viele andere "nicht-private" zu 98% keine Briefmarken auf den Umschlag kleben. ;)

    Erstens stimmt (in meinem Fall) auch das nicht, und zweitens war in meinem ursprünglichen Beitrag von privat vs. nicht-privat einfach nicht die Rede. Deswegen erschließt sich mir der Sinn unverändert nicht.

  • Wo hat die Post geäußert das Abosammlungen einen Wertzuwachs erfahren?

    Ich zitiere aus einer Postbroschüre aus dem Jahr 1986:

    "Das große Geld ist beim Markensammeln ohne den Einsatz größerer Finanzmittel kaum zu machen, auch wenn im Laufe der Zeit jede Sammlung eine gewisse Wertsteigerung erfährt."