DDR Block 14 I

  • Hallo Freunde der Besonderheiten von DDR-Briefmarken,


    ich hätte gern eure Meinung zum Block 14 eingeholt.





    Mir geht es um den im Michel als Block 14 I (linkes Bild) katalogisierten Block. Nach meinem (allerdings schon in die Tage gekommenen Katalog) handelt es sich hier um eine (angeblich) zurückgezogene 1. Auflage. Die Begründung scheint mir persönlich allerdings etwas schwach, denn außer der oben verkürzten Mützennaht kann ich keine Unterschiede erkennen. Laut Michel sind die Augen zugekniffen:


    Hier im Vergleich die "normale"Marke:

    Ich kann diesen "Unterschied" nicht nachvollziehen. Leider habe ich nur ein einziges Exemplar des Block 14 I und keine Unterlagen zum Vorgang des Zurückziehens. Auch im DDR-Universal gibt es dazu keine Hinweise. Aber vielleicht kann Briefmarkentor aus seinem Aktenarchiv "Amtsblatt des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesens der Deutschen Demokratischen Republik" hier Klarheit bringen? Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Maßnahmen per Verfügung dokumentiert sein müssten.


    Was meinen Zweifel zementiert, ist der Fakt, dass ich über 70 Blöcke mit den unterschiedlichsten Plattenfehlern/Druckabweichungen in meiner Sammlung habe, aber noch nie einen Block 14 I mit einer anderen Abweichung zu Gesicht bekommen habe. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bisher nur sehr wenige dieser Blöcke zu sehen bekommen habe;).


    Ich würde mich sehr über Eure Meinung freuen!


    Hartmut

  • Guten Morgen Hartmut :-)


    die Kataloge unterscheiden sich wohl kaum. Zumindest nicht in dem Katalog von 2015 und 2019, die ich beide habe. In dem DDR Universalkatalog von 1986 wird angegeben 1. Auflage; Fahne helles Rot, gelbliches Papier und 2. Auflage: Fahne dunkleres Rot, weißes Papier.


    Derzeit passt es nicht für mich zusammen. Die Mütze ist im oberen nicht vollständig. Aber die Fahnenfarbe ist dunkel. Vielleicht ist es nur eine Verschmierung in dem oberen Bild.


    viele Grüße

    labarnas

  • Hallo Hartmut,


    für das Jahr 1956 liegen mir die Amtsblätter nicht vor. Diese kann man sich aber per Fernleihe von den philatelistischen Bibliotheken zusenden lassen.


    Viele Grüße


    Marko

  • labarnas,


    ich bin davon ausgegangen, dass der von mir gezeigte Bock tatsächlich Block 14I ist. Ist auch (seit langer Zeit) bei ebay einmal mit Falschstempel und dann nochmals in postfrischer Erhaltung im Angebot.

    Wenn man das Bild genauer betrachtet, so wird der Fehler sehr schnell klar:


    Mit " verschwommener Mützennaht" ist der markierte Bereich (und nicht nur der teilweise fehlende senkrechte Strich in der Mütze) gemeint.

    Mir ging es hauptsächlich darum, nachzuvollziehen, ist das der Grund für das zurückziehen? Wenn ja, wie viele Postämter haben diesen Block erhalten? Wie zeitnah erfolgte das Zurückziehen? Ich denke hier nur an den "Pappchinesen", der ja auch zurück gezogen wurde und dennoch massenhaft in den Alben der Sammler vorhanden ist (auch bedarfsgestempelt und auf FDC). Sicherlich freue ich mich, diesen Block in meiner Sammlung zu haben, doch allein das reicht mir eben nicht aus...

  • Briefmarkentor, danke für Deinen Hinweis, habe eben eine Anfrage an das Bundesarchiv geschickt, wenn ich damit Erfolg habe, werde ich es hier mitteilen.

  • harweg, Du stellst da interessante Fragen:


    Mir ging es hauptsächlich darum, nachzuvollziehen, ist das der Grund für das zurückziehen? Wenn ja, wie viele Postämter haben diesen Block erhalten? Wie zeitnah erfolgte das Zurückziehen? Ich denke hier nur an den "Pappchinesen", der ja auch zurück gezogen wurde und dennoch massenhaft in den Alben der Sammler vorhanden ist (auch bedarfsgestempelt und auf FDC).


    Im Michel-Spezial 2019 und im Universal-Katalog wird die Gesamtauflage mit 750.000 Blöcken angegeben. Nehmen wir mal an, dass das wirklich so ist. Vom erzielten Preis würde ich die 1. Auflage vergleichen mit der 439 a II g XI. Im Michel steht bei der Auflage 600, im Universal-Katalog steht 1.000. Das wäre vom Preis eine ähnliche Auflagenhöhe.


    wünsche einen erholsamen Sonntag

    labarnas

  • nachdem nun ein Jahr vergangen ist, möchte ich dieses Thema wieder mal nach oben bringen.

    Meine Anfragen an das Bundesarchiv haben sich leider irgendwo im Nirvana verloren...

    Da mich aber dieses Thema nicht los lässt, habe ich nach vielen Recherchen im Netz festgestellt, dass es doch beim Block 14I noch mindestens zwei weitere Übereinstimmungen gibt, die ich bisher bei keinen Blöcken der Neuauflage feststellen konnte


    Ist jemand von euch im Besitz des Blocks 14I und kann meine Recherche bestätigen?

    Forschungsgemeinschaft DDR Plattenfehler

    Einmal editiert, zuletzt von harweg ()

  • Habe auf einer aktuellen Auktion - klick - ein gleiches Bild vom Block 14 I gefunden. Da sind beide Fehler zu erkennen.


    Habe das Bild nochmal separat heruntergeladen, nicht bearbeitet. Denn wer weiß wie lange der Link funktioniert.


    Grüße

    labarnas

  • Nun ist wieder ein "Zeitchen" ins Land gezogen wie Strittmatter sagen würde. Auch bei mir hat sich etwas Neues in Bezug auf den Block 14I getan. Mittlerweile habe ich nun drei Exemplare dieses Blocks in meinem Besitz. Die Neuerwerbung eines gestempelten Blocks auf Brief habe ich für´n Appel un nen Ei...aus der "Bucht" gefischt. Und das wohl auch nur, weil Anbieter grottenschlechte Handy-Bilder einstellen...

    Schon meine Großmutter pflegte zu sagen Wat dem einem sien Uhl, itt dem andern sien Nachtigall.

    Neben den im Katalog genannten Merkmalen sind auch hier die beiden Zusatzmerkmale vorhanden, die ich bereits weiter oben beschrieben habe. Für mich ergibt sich jedoch immer noch die spannende Frage, ob es sich hier wirklich um eine zurückgezogene Auflage handelt...

    Hier dann auch noch das mit einem SST entwertete Exemplar (Fotoattest Paul)

  • Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt verdammt werde.


    Kommt euch das nicht etwas komisch vor, dass angeblich zurückgezogene Marken plötzlich mehr oder weniger massenhaft auftauchen, so dass so ganz nebenbei einfache Sammler sie mehrfach in allen Erhaltungen bekommen.


    Ich bin kein Experte, aber ich habe Gerüchte gehört, dass ehemals wertvolle marken vorschriftswidrig z. B. bei der Versandstelle in der DDR gehortet wurden und diese nach der Wende inoffiziell verkauft wurden.


    Daher soll ja auch der Preisverfall der Sperrwerte herrühren.


    Wie gesagt ich bin kein Experte und ich habs auch nur gehört. Aber könnte da nicht was dran sein.

  • Jo,

    die berühmte "Mützennaht"...:)

    Sicher wurde damit manipuliert...;)

    Sonst hast´eben keine philat. "Leckerbissen".

    Den "Einheitsbrei" bekommst ja schon jetzt für

    ´nen Appel & Ei. ^^

    Gruß SB

  • Hallo Sammler 70,


    ich denke eher, dass zwar gehortet wurde, aber teilweise auch von den Mitarbeitern der Druckerei, die wussten, dass der Fehldruck eigentlich entsorgt werden MUSS.

    In Erwartung von einem Profit ging so manches Stück in Privathände und konnte natürlich in der DDR nicht angeboten werden.

    Je mehr alte "Horter" und "Nichtentsorger" langsam wegsterben, die Erben kein Interesse haben, kommen automatisch auch mehr solcher Stücke auf den Markt.

    Dass der Arbeiter- und Bauernstaat da etwas mitgemacht hat schließe ich überhaupt nicht aus, alles was Devisen brachte war interessant ;)

    Meine Meinung zu diesem Thema, wo auch mir aufgefallen ist, dass bei der offizell angegeben Stückzahl

    allein 2 meiner Sammlerfreunde zusammen mehr als 50 dieser Blöcke besitzen, sehr merkwürdig !;)


    Grüße von

    Wolle

  • ...alles wilde Spekulationen...:P

    Ist ja nun auch schon ein bischen her...,

    fast ein Menschenalter.:jaok:

    Da werden die Infos inzwischen verschollen sein & die überwältigende Mehrheit in den Archiven interessiert

    das nicht die "Bohne" mehr.

    Würde ich also auf sich beruhen lassen. harweg.:)

    Fakt ist jedoch eins, je mehr davon auftauchen,

    umso tiefer sinkt der aktuelle Marktwert.

    SG SB

  • Noch etwas dazu.

    Das hat MMn. andere Ursachen.

    Das System "Sperrwert" - offiziell "Wert in geringer

    Auflage" war von Anfang an eine Täuschung oder auch

    ein "totgeborenes Kind" odl.

    - Die erhöhten ständig die Auflage, von anfangs 750 k

    bis zuletzt 2,4 Mio (1984)

    - auch zu Spät-DDR-Zeiten nahm die Zahl der Sammler schon ab & die Tauschwerte dieser Spw´s sanken

    - Die meisten davon wanderten in den Westen, auch im offiz. Tauschwege- man wollte/sollte ja ´was Besonderes bieten... lach

    Man kam auch gut ´ran- musstest freilich echter Sammler sein. Bei guter Führung, dh. regelmäßigem Tauschtreffenbesuch gabs 3x befristet für 1 Jahr, gegen Sammlerausweis (2,-). Kam dann bspw. Opa mit und ließ ab & zu mal ´nen Tütchen Kaffee ´rüberwachsen gab´s mehr im Hauptpostamt in Frankfurt/0.

    So kam es, dass ich aus den Mitsechzigern/

    Mitsiebzigern tlws. bis zu 10 dieser Dinger habe/hatte.

    Zum Schluß noch ein Mengenvergleich.

    Die Länder/Ausgaben, die ich "neuerdings" sammle haben eine Auflage von meistens 20 000 oder auch darunter.=O

    Da komm man dann ECHT schwer dran..;)

    SG SB